Marcus Matthias Keupp










 

Über mich und meine Arbeiten

Ich lebe mitten in der Schweiz in der Stadt Zug und arbeite als freiberuflicher Künstler. Mehr zu meiner künstlerischen Laufbahn erfahren Sie im Menü 'Meine Kunst'.

 

Mein Schaffen befasst sich mit modularer Konstruktion. Durch gezielten Einsatz von Schnittproportionen wie dem goldenen Schnitt, Fibonacci-Reihen und Algorithmen wird ein komplexes Bild aus wenigen oder nur einem einzigen Grundelement konstruktiv aufgebaut, ähnlich wie ein komplexer Organismus sich aus einer einzigen Zelle entwickelt.

 

Das einzelne Bild steht immer stellvertretend für ein übergeordnetes konstruktives Prinzip, das sich überall in diesem Universum finden lässt und das die harmonische Wirkung von Raum, Proportion und Farbe seit Ewigkeiten definiert.

 

Resultat dieser streng strukturierten Herangehensweise ist ein Konzept - der Bildplan. Dieser enthält alle Informationen, wie die Elemente des Bildes sich selbst definieren und wie sie zueinander stehen. Bei der konkreten Herstellung des Werks wird dieser Bildplan umgesetzt. Hierbei setze ich vor allem industrielle Materialien wie Aluminium, Sprühtinten, Farbfolien und Hartschaumstoff ein.

Jedes Bild ist ein Unikat und wird nur ein einziges Mal hergestellt. Zur Zeit wird ein Teil meiner Arbeiten von der Galerie Kunstwarenhaus, Stockerstrasse 11, 8002 Zürich vertreten. Klicken Sie hier,um zur Galerie zu gelangen.

Besprechung von Dr. Martin Kraft, Kulturhistoriker und Kunstkritiker (Zürich)

marcus matthias keupp ist auf einem ganz ungewöhnlichen weg zum kunstmachen gekommen. er hat zwar an verschiedenen kunstschulen studiert, aber die dort erworbenen fähigkeiten nie angewandt, weil sie für ihn einfach nicht die „richtigen“ waren. denn er hatte von seinen bildern stets eine genaue vorstellung, eigentlich existierten sie in seinem kopf, so weit er sich zurückerinnern kann. das verfahren, sie tatsächlich zu verwirklichen, entdeckte er dann vor wenigen jahren plötzlich an einer industriemesse. es ist eine technik zur produktion von plakaten, von grossen werbeflächen, die er allerdings für seine zwecke weiter entwickeln – und dazu auch die zusammenarbeit mit der richtigen firma finden musste. wenn jemand in seine arbeit den computer einbezieht, dann meistens deshalb, weil damit alles schneller und einfacher geht.

hier aber handelt es sich um etwas ganz anderes. der künstler stellt selber fest: „mit öl und leinwand wäre doch alles viel leichter“. nur würde er mit ihnen eben nicht die farbwirkung und leuchtkraft erreichen, die er sucht. im übrigen arbeitet er eigentlich analog zum herkömmlichen malprozess: an die stelle der zu grundierenden leinwand tritt die aluminiumplatte, die ähnlich präpariert werden muss, an die stelle des menschlichen arms derjenige der maschine, der die farbe, farbige tinte aufsprüht. und durch den einsatz des künstlers wird sogar die seelenlose maschine gewissermassen beseelt. dazu gehört, dass er jedes bild nur einmal realisiert, obwohl von der technik her natürlich eine ganze auflage möglich wäre. wenn man diese bilder stilistisch einzuordnen versucht, kommt einem zunächst am ehesten der begriff konstruktivismus in den sinn. und manche von ihnen kann man als rein geometrisch bezeichnen, wenn auch nie als „regelmässig“. gerade zu den konkreten, deren strenge ordnungen er als zu starr und leblos empfindet, geht der künstler auf distanz – selbst mit einer gewissen ironie, wenn er etwa ein bild aus quadraten komponiert, die beim genaueren hinsehen gar keine sind.

bei ihm hingegen ist alles in bewegung, in einer bewegung, die manchen arbeiten eine soghafte wirkung verleiht. er lässt sich dabei von einer ungewöhnlichen wahrnehmungsweise leiten, welche die welt der erscheinungen wie die von ihr ausgelösten empfindungen spontan umsetzt in farben, formen, rhythmen. ein musikstück oder der nächtliche aufenthalt in einer grossstadt kann da in fliessenden übergängen zum auslöser eines bildes werden – oder etwa ein besuch im europapark, für den der künstler eine kindliche vorliebe bezeugt. alles, was das leben an zufälligem, überraschendem und mithin chaotischem bereithält, ist mögliche inspiration. das gibt diesem schaffen seine offenheit gegenüber immer wieder neuen und überraschenden bildfindungen.

aber wenn der künstler selber, der sich immer wieder zu seinem werk äussert, dabei begriffe wie spiel oder eben chaos braucht, dann bezieht sich dies nicht auf das bild selber, sondern einzig auf dessen entstehungshintergrund. denn das bild ist, allenfalls von vorbereitenden skizzen unterstützt, im kopf bereits fertig, wenn er mit der arbeit beginnt, um das vorgestellte möglichst genau zu verwirklichen. gerade die farben, deren wahl bei manchen anderen spontan und voll von emotionen geschieht, folgt bei ihm einem bestimmten konzept. sie werden, sogar mit hilfe des computers, aus dem farbspektrum ausgewählt und dann jedesmal neu gemischt.

denn es geht hier nicht nur um rhythmus und bewegung, sondern ebenso auch um harmonie, um farbharmonie. und damit kommen wir schliesslich zu grundfragen der bewussten bildkomposition, wie sie in der geschichte der malerei immer virulent waren. bis dann die vertreter des action painting rauschhaft aus dem unbewussten zu malen begannen oder andere am computer werke mit hilfe des zufallsgenerators schufen. und vielleicht verdanken die bilder einiges von ihrer spannung und ihrer eigenart der tatsache, dass sie zwar ganz mit den technischen möglichkeiten unseres jahrhunderts geschaffen sind, in ihnen aber auch eine grosse tradition mitschwingt.

martin kraft

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